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 Technologischer Wandel / Technological Change

„Politik, Wirtschaft und Wissenschaft stimmen weitgehend

darin überein, dass Prosperität und Wettbewerbsfähigkeit

gerade eines Landes wie der Bundesrepublik zu einem

großen Teil von der Entwicklung und Anwendung)

zukunftsorientierten Technologien abhängen.

Unstrittig ist ferner, dass der technologische Wandel

und die Veränderungen in der Industrie- und

Beschäftigungsstruktur zusammenhängen.[1]

  

Große gelbe Zellen stehen überall in den Straßen, analoges 
Fernsehen flimmert aus den Wohnzimmern und in dem Reisebüro
an der Ecke tippt jemand die Reiseinformationen auf einer
Schreibmaschine.

Telefonzelle; (Foto: extranoise/Flickr)

So, oder so ähnlich sah es noch vor 20 bis 30 Jahren in
unseren Städten aus; doch dieses Bild ist schon fast aus den Köpfen verschwunden. Der technologische Wandel wird durch den Wettbewerbsdruck und den sich
ändernden Marktstrukturen angetrieben und so ist es nicht verwunderlich, dass noch vor 130 Jahren die agrarischen Produktionsweisen, der primäre Wirtschaftssektor, vorherrschte.

Nach der Industrialisierung, dem großen Wandel Ende des 19. Jhd, wurde die Dampfmaschine zum Symbol der Industriellen Revolution. Durch die Neuentwicklung dieser Maschinen war die maschinelle Herstellung von Gütern eingeleitet und mit weiteren Innovationen, wie die des industriellen Einsatzes von Fließbändern, begann die Sektorenverschiebung vom primären in den sekundären Sektor. 

Als in den 1980er Jahren dann die „Digitale Revolution“ einsetzte, waren Computer und technischer
Fortschritt für Jedermann zu 
haben, es wurde weiter in diese Innovationen investiert konnten zur 
Werteentstehung beitragen.

Technologischer Wandel kann momentan in drei Bereiche aufgeteilt werden:

- Automatisierung

- Maschinisierung

- Elektronik

Die Automatisierung bezeichnet den Einsatz von computergesteuerten Anlagen oder Maschinen.
Dadurch werden menschliche Fehler verhindert, da computergesteuerte Prozesse eine erheblich
geringere Fehlerquote haben und so zu Zeiteinsparung führen. In der Realität muss man zudem jedoch
die Wartung, Fehlersuche und Instandhaltung beachten, die zumindest einen Teil der theoretischen
Vorteile wieder wettmachen.

Unter Maschinisierung versteht man den Einsatz von Maschinen anstatt der bis dahin eingesetzten
menschlichen Arbeitskraft. Dies ist zum Beispiel beim Einsatz von Fertigungsrobotern der Fall.
Diese Maschinierung hat zu folge, dass der Mensch zum Einen entlastet wird, zum Anderen seine
Arbeitskraft jedoch auf dieser Ebene überflüssig und auf eine höhere verschoben wird.
Allerdings ist es nicht möglich, alle ersetzten Arbeitsplätze auf eine höhere Ebene zu verschieben,
es bleibt also ein Verlust von Arbeitsplätzen.

Das sich extrem schnelle Wissenswachstum der Menschheit, brauch ein Medium. Hierfür bietet sich die
Datenübermittlung und optimierte Elektronik an, die einen Großteil der Übertragung und Konservierung
des Wissens übernehmen kann und auch übernimmt.

Wirtschaftpyramide, Prof. T. Hildebrand






All diese Bereiche steuern dazu bei, dass aus Kreativität Basisinnovationen entstehen, aus denen dann
Produkte entstehen, die Werte entstehen lassen. Dadurch wird die Wirtschaft angekurbelt und es wird
Geld investiert.

Nikolai Dmitrijewitsch Kondratieff (*1892 +1938) erkannte diese wiederkehrenden Zyklen, die die
Wirtschaft vorantreiben, schon 1926 mit der Veröffentlichung eines Aufsatzes über diese „Langen Wellen
der Konjunktur“ und beschrieb sie abgebildet.

 

Modell der wirtschaftlichen Entwicklung in "langen Wellen"  Quelle: Schätzl 2001, S. 219

Kondratieff sieht als Auslöser für jede Welle einen Paradigmenwechsel, der zwangsläufig innovationsinduzierte
Investitionen mi sich führt:
Man investiert in neue, moderne Technologien um einen Aufschwung zu erzielen. Hat sich die Innovation durchgesetzt, verringern sich die damit verbundenen Investitionen und so auch das in den Wirtschaftskreislauf einfließende Geld.

Ein Abschwung findet statt, während dem jedoch schon wieder an einem Paradigmenwechsel gearbeitet
wird.
Doch neben dem Fortschritt den diese Innovationen mit sich bringen, kann technologischer Wandel auch
Nachteile haben.
Der Erfindung der Dampfmaschine führte beispielsweise zu dem Ersetzen von Arbeitskräften durch
Maschinen, die Digitalisierung macht das Arbeiten von Menschen in bestimmten Bereichen sogar nahezu
überflüssig.

Dies lässt sich an einem Beispiel zeigen:
Als die ersten Automobile hergestellt wurden, war ein großer Aufwand von Arbeitskraft und -zeit
notwendig. Mit Erfindung und Einsatz des Fließbandes wurde dies erleichtert, da ein Arbeiter immer
dieselbe Aufgabe ausführte und somit schneller agieren konnte. Heutzutage benötigt man für einen
Arbeitsschritt, mit dem vor diesen Innovationen noch bis zu zehn Personen beschäftigt waren, nur
noch eine Person zu Überwachung der computergesteuerten Roboter.

Zwar benötigt man immer noch menschliche Arbeitskraft, jedoch hauptsächlich nicht als ausführende
sondern als überwachende Institution. Wie oben beschrieben können nicht alle ersetzten Arbeitsplätze
auf eine höhere „Überwachungsebene“ verschoben werden.
Aus diesem Grund wird technologischer Wandel auch häufig als Ursache von Arbeitslosigkeit genannt,
durch die Entwicklungen und Innovationen entstehen aber wieder neue Herstellungsvarianten von
Produkten oder neue Produkte, für deren Produktion Arbeitskraft benötigt wird.

Der technologische Wandel wird also durch Forschung erreicht und versorgt den Wirtschaftskreislauf so
mit Investitionen.
Trotz einiger Nachteile (objektiver Verlust von Arbeitsplätzen) ist der technologische Wandel und das
Umdenken der Menschen, die sog. Paradigmenwechsel notwendig um die Wirtschaft nicht stagnieren zu
lassen und den Kreislauf in Bewegung zu halten.

 

Quellen:

Auswirkungen digitaler Trends auf Unternehmen:

http://www.business-wissen.de/organisation/technologischer-wandel-auswirkungen-digitaler-trends-auf-unternehmen/ zugegriffen am 18.05.2011

Regionalverband Ruhr (RVR)
Landeskundliche Grundlagen:

http://www.ruhrgebiet-regionalkunde.de/zukunftsperspektiven/megatrends_des_wandels/technisch-oekonomische_wandel.php?p=0,0 zugegriffen am 18.05.2011

Bundeszentrale für politische Bildung:

http://www.bpb.de/publikationen/00512723458910463984222595608493,2,0,Wirtschaftliche_
Entwicklung_in_der_Bundesrepublik.html zugegriffen am 26.05.2011

Werner Bührer, Technologischer Wandel, Industrie- und Beschäftigungsstruktur in
der Bundesrepublik Deutschland:

http://library.fes.de/jportal/servlets/MCRFileNodeServlet/jportal_derivate_00022305/afs-1995-091.pdf zugegriffen am 10.05.2011

Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kondratjew-Zyklus zugegriffen am 27.05.2011 http://de.wikipedia.org/wiki/Technischer_Fortschritt zugegriffen am 26.05.2011

IFLL, Technological Chnage:

http://www.niace.org.uk/lifelonglearninginquiry/docs/IFLL-TechnologicalChange.pdf zugegriffen am 26.05.2011

http://www.vorlesungen.info zugegriffen am 10.05.2011 

Bilder:

Telefonzelle: extranoise/Flickr
Pyramdie: Prof. T. Hildebrandt
Kondratiff- Zyklen: Schätzl 2001, S. 219 

[1].Werner Bührer: Technologischer Wandel, Industrie- und Beschäftigungsstruktur in

der Bundesrepublik Deutschland


 

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