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Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Begriff Geld zu definieren, z.B.

Juristisch : „…gesetzlich vorgeschriebenes und allgemein anzuerkennendes Zahlungsmittel[1]“.

Ökonomisch: „Alle finanziellen Zahlungsmittel, welche die Geldfunktionen erfüllen[2]“.

Insgesamt besitzt der Begriff Geld drei Funktionen:

1. allgemeines Tauschmittel

2. eine Recheneinheit

3. und ein Wertaufbewahrungsmittel.

 

Die Geschichte des Geldes begann bereits im Altertum, 3000 bis 4000 Jahre vor unserer Zeit. Aus historischer Sicht, wurden die Funktionen des Geldes durch unterschiedliche Gegen-      stände erfüllt, wie zum Beispiel durch:

- Kaurimuscheln  - Rinder  - Salz  - Zigaretten  - Kamele  - Edelmetalle

 

Eine wichtige Voraussetzung für die Einführung von Geld, war der Wunsch nach einer modernen arbeitsteiligen Volkswirtschaft im Gegensatz zu den bis dato herrschenden Naturaltauschgeschäften. Der Tausch Ware gegen Ware war nicht länger möglich und praktikabel, da die Warenvielfalt stetig wuchs (und wächst). Außerdem ließ sich nicht mehr eindeutig bestimmen, welche Gegenstände miteinander vergleichbar sind oder die verschiedenen Arbeitsaufwendungen messen lassen. Die Verbindung, dass zwei Wünsche übereinstimmen müssen, nennt man doppelte Koinzidenz. Durch die Einführung von Geld war dieses nicht mehr notwendig. Auch in Zeiten der Globalisierung würde dieses System große Schwierigkeiten mit sich bringen, bzw. die Globalisierung gar nicht zulassen.

Im Mittelalter gab es besonders im slawischen und skandinavischen Ostseeraum ausgeprägte Gewichtsgeldwirtschaften, dessen Kennzeichen es war, dass es nicht nach Anzahl oder Nennwert getauscht wurde, sondern nach Gewicht. Insbesondere Silber und andere Metalle dienten als Gewichtsgeld.

Im Deutschen Kaiserreich entsprachen 2790 Goldmark dem Wert von einem Kilogramm Feingold.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts existierten in vielen Ländern Währungsstandards, deren Geldwert in den verwendeten Währungseinheiten als Wert einer feststehenden Menge des Edelmetalls Gold oder Silber definierten. Dies war häufig mit der Prägung und dem Umlauf von Kurantmünzen (Scheidemünzen) verbunden. Diese besitzen die Eigenschaft, dass der Materialwert den tatsächlichen Tauschwert entsprach. In Deutschland waren Banknoten zum Teil durch Gold, zum Teil durch gute Handelswechsel mit einer Fälligkeit von höchstens drei Monaten gedeckt. Banknoten der Reichsbank, Reichskassenscheine und Scheidemünzen wurden auf Verlangen bei den Reichsbankkassen in Währungsgoldmünzen eingetauscht. Diese Zeit wurde durch weitgehend stabile Wechselkurse zwischen den Goldstandardländern geprägt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verzichteten die meisten Staaten auf einen Währungsstandard. An die Stelle eines solchen Standards traten geldpolitische Maßnahmen der Zentralbanken, die eine Preisniveaustabilität sicherstellen sollten und sollen.

Das System mit dem klassischen Geld beinhaltet auch, dass nun das Geschäft in zwei Teilakte getrennt wird:

1. Verkauf (Heute) & 2. Kauf (Heute oder Später)

Dieses bedeutet, dass die Transaktionskosten begrenzt werden, da das Geld nicht mehr nur als Hartgeld gehandelt werden kann, sondern auch als Buchgeld. Durch das Medium Geld wird jedem Gegenstand ein Preis zugeordnet und damit auch ein Wert. Um noch einmal zu dem Begriff des Geldes zurück zu kehren, sollte man auch den Wert des Geldes betrachten, um Forderungen und Schulden in eine einheitliche Bezugsgröße zu setzen und somit vergleichbar zu machen.

Deshalb ist es sinnvoll, sich jede der Funktionen einzelnt anzusehen.

 

1. Geld als allgemeines Tausch- und Zahlungsmittel

Um Produkte oder Dienstleistungen zu erwerben benötigen die Konsumenten Geld in Form von Münzen und Scheinen oder Sichtguthaben (Einlagen auf Girokonten). Dieses lässt erahnen, dass das Hartgeld immer mehr Konkurrenz durch die Kartenzahlung bekommt. Wenn wir im Supermarkt stehen, ist es bei den Summen für die wir einkaufen, meistens kein Problem Münzen und Scheine zu nutzen. Wenn wir jedoch das Internet betrachten, können wir nicht einfach so mit Bargeld bezahlen, vor allem wenn es um Zahlungen geht, die zu einem Empfänger eines anderen Landes oder gar Kontinents gehen soll. Hierbei brauchen wir die Hilfe der Banken, die in diesem Fall für eine Transaktion Geld von einem Konto auf ein anderes Konto buchen.

2. Geld als Recheneinheit

Dadurch das Geld ein allgemein akzeptiertes Zahlungsmittel ist, kennt jeder den Wert der hinter einer Münze oder einem Schein steht. Dieses lässt zu, dass man Angebote von Waren vergleichen kann. Die Recheneinheit wird auch in der Buchführung, der Kostenrechnung, sowie im betrieblichen und volkswirtschaftlichen Rechnungswesen genutzt.

Hieraus ergibt sich, dass sich aus dem allgemeinen Zahlungsmittel die Recheneinheitsfunktion ableiten lässt.

3. Geld als Wertaufbewahrungsmittel

Geld dient als Medium, um seinen Lohn oder andere Einnahmen, als Liquiditätsmittel zu schützen und zu halten. Denn die Arbeiter möchten ihre Arbeitslöhne nicht am gleichen Tag ausgeben, wie sie diese erhalten. Deshalb können die Menschen ihr Geld von den Banken verwalten lassen und es bleibt trotzdem zu jeder Zeit abrufbar. Dieses zeigt, dass Geld den Vorteil der maximalen Liquidität besitzt. Wenn Geld anlegt wird, wird dieses zu Kapital und verliert einen Teil seiner Liquidität, allerdings vermehrt sich so ggfs. das Kapital, während Geld sich nicht vermehren kann und auch nur temporär als Wertaufbewahrungsmittel dient. In Zeiten einer hohen Inflation kann es passieren, dass Geld genau diese Funktion verliert. Somit sollte darauf geachtet werden, dass man wenn man das Geld und das Vermögen besitzt Investitionen zu machen, diese auch tätigt, um das dadurch entstehende Vermögen zu schützen. Aus dem angelegten Vermögen können die Banken eine Prognose über die Kaufkraft der Zukunft errechnen.

Abschließen lässt sich sagen, dass heute dem einzelnen Geldstück (Scheidemünzen) nicht mehr der tatsächliche Warenwert gegenüber steht, sondern ein festgesetzter Wert.

 

Geldarten

Es gibt insgesamt 3 Arten des Geldes das Münzgeld, die Banknoten und das Buchgeld.

Münzen

Die Verwendung von Metallen, welche durch das Prägen eines Stempels auf dem Metall zu einer Münze wird. Heute sind ausschließlich Scheidemünzen im Umlauf, dass bedeutet, dass der Metallwert niedriger ist als der Nennwert.

Noten

Noten (Papiergeld) sind stoffwertloses Geld. Sie besitzen keinen Warencharakter und ihr Wert ergibt sich ausschließlich aus ihrer Funktion als Tauschmittel.

Buchgeld 

Buchgeld (Giralgeld) besteht aus Guthaben auf den Girokonten bei Banken, über die mit verschiedenen Zahlungsverkehrsinstrumenten, wie z.B. Überweisung, Lastschrift und Debitkarten (z.B. EC-Karte) verfügt werden kann. Ebenso findet das elektronische Geld beim Bezahlen im Internet eine zunehmende Bedeutung. Buchgeld spielt also in der Volkswirtschaft eine überragende Rolle.

 

Kreislauf des Geldes

Folgende Abbildung soll einen kleinen Überblick darüber geben, welche Formen das Geld annehmen kann, obwohl der gleiche Wert im Fokus steht verwendet man andere Begriffe.

Abb. 1

Diese Abbildung verdeutlicht in vereinfachter Form den Kreislauf des Geldes unter Ausschluss vom Staat und dem Ausland, sowie dem Güterstrom. Die Bank investiert durch Kredite in die Unternehmen und in die Haushalte. Die Haushalte hingegen bekommen Löhne und Gehälter von den Unternehmen für ihre Arbeit, welche sie bei der Bank aufbewahren. Die Unternehmen können durch die Verkäufe von Aktien z.B. Investitionen von Haushalten bekommen.

Eine wichtige Formel im Zusammenhang mit Geld ist die Verkehrsformel:

g * u = h * p          

g=Geldmenge  u=Umlaufgeschwindigkeit

h=Handelsvolumen  p=Preisniveau

Diese zeigt den kausalen Zusammenhang zwischen dem Preisniveau und der Geldmenge.   

 

Sicherung des Bargeldes

Die deutsche Bundesbank, mit dem Hauptsitz in Frankfurt, versorgt als Notenbank die Wirtschaft mit Bargeld und sichert die physische Umlauffähigkeit des Bargeldes. Sie kontrolliert, dass von den Banken und Wertdienstleistern eingezahlte Bargeld, auf Falschgeld und ersetzt zerstörte Banknoten. Außerdem tauscht sie die sich im Umlauf befindenden DM-Bestände um. Darüber hinaus informiert sie über die Bargeldsicherheitsmerkmale und wöchentlich über die umlaufende Bargeldmenge.

Ferner hat sie den Auftrag die bankmäßige Abwicklung des Zahlungsverkehrs im Inland und mit dem Ausland zu sichern. Außerdem muss die Zentralbank die allgemeine Wirtschaftspolitik der Bundesregierung unterstützen, allerdings ist sie von Weisungen unabhängig. Die Aufgaben und Befugnisse sind jedoch seit der Einführung des Euro im Jahr 1999 beschränkt worden. Den Haupteinfluss auf den Euro hat die Europäische Zentralbank inne.

 

 

 Geldethik und -philosophie

In der Geldethik geht es um die Beziehung, Haltung und Einstellung einer Person gegenüber Geld unter den Gesichtspunkten der Vernunft, dem Gewissen, dem Recht und des Gesetzes.

Der Umgang mit Geld beginnt schon im Kindesalter durch Taschengeld. Den Kindern wird unbewusst der Umgang mit Geld und somit auch in gewisser Weise die Einstellung zum Geld beigebracht.

Auch findet das Erlernen der Geldethik im Rahmen pädagogischer Psychologie und vor allem in der Philosophie statt. Die Ethik des Geldes wurde entsprechend bereits in unzähligen wissenssoziologischen Analysen (z.B. soziale Schichten) erläutert. Hier wird Geld nicht nur unter dem Aspekt des fairen und gesetzestreuen Umgangs betrachtet, sondern auch im Kontext des sozialen Lebens in einer Gesellschaft, die dieses zwar für eine funktionierende Volkswirtschaft benötigt, aber auch eine gewisse Distanz zum Kapital wahren kann.

Zusammenfassend stellt sich heraus, dass das Feld der Geldethik den sozial verantwortlichen Umgang mit dem jeweiligen Zahlungsmittel beschreibt.

Geldphilosophie befasst sich mit der Lehre, die versucht, die Wirkungen des Geldes auf die verschiedenen Kulturen zu ergründen.

Dabei wird das ursprüngliche Geld definiert welches durch den Gebrauch, als absatzfähiges Gut in einer Gesellschaft zu einem allgemeinen Tauschmittel wird.  Doch als Metallgeld oder in Form von Banknoten, erhält Geld durch den öffentlichen Glauben, als vom Gemeinwesen geprägtes Gut, Gewicht und damit auch eine bestimmte Bedeutung.

Es folgt eine andere Sicht auf das Geld, mit einer Abstrahierung der allgemeinen Werte. Gleichzeitig definiert Geld auch die Einstellungen des Menschen zu sich selbst, indem dieser versucht, über Geld seinen Eigenwert zu bestimmen. à Statussymbole

 

Fazit

Geld ist das, was wir Menschen als Geld definieren. Solange ein Gegenstand die drei Funktionen erfüllt, kann es Geld sein. Hinzu kommt, dass der Gegenstand allgemeine Akzeptanz bei der Bevölkerung genießen muss und somit die Menschen das Vertrauen in die Währung haben. Die weltweite Globalisierung sorgt dafür, dass das Bargeld immer mehr an Bedeutung verliert und wir auf die Bezahlung mit EC- oder Kreditkarten zugreifen. Das heißt, dass Geld auch in Zukunft die gleiche Bedeutung haben wird wie bisher,  aber es wird immer mal wieder durch andere Begriffe oder Formen eine Erneuerung erhalten. 

 



Quellen

[1] http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/geld/geld.htm Zeile 1f.,

Stand 21.05.2011

[2] http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/geld/geld.htm Zeile 3,

Stand 21.05.2011

"Einführung in die Geldtheorie", WISO Kurzlehrbücher, Reihe Volkswirtschaft, Issing, 9.Auflage, Verlag Vahlen

"Einführung in die VWL", Demmler, 7.Auflage, Oldenbourg

"Im Kreislauf der Wirtschaft", Bundesverband deutscher Banken, 15.Auflage

Abbildung 1 selbst gestaltet

Bild

 

http://www.edel-metalle.org/images/edelmetalle.jpg