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Überangebot

 

Inhalt:

 

  1. Einleitung

  2. Definitionen

    2.1 Definition Nachfrage

    2.2 Definition Angebot

  3. Aktueller Markt

  4. Merkmale Verkäufermarkt

  5. Merkmale Käufermarkt

  6. Folgen des Überangebotes

  7. Fazit

  8. Quellenangaben

 

1. Einleitung:

Unter Angebot versteht man die Menge an Gütern die auf den Markt gebracht werden. Ihnen gegenüber Steht die Nachfrage. [1] Üblicherweise Steigt die Nachfrage mit sinkendem Preis so dass sich ein Gleichgewichtspreis ergibt. Da wir aber in der heutigen Zeit ein solch großes Angebot von größtenteils komplett substituierbarer Güter haben, gerät der Markt ins Ungleichgewicht. Die Nachfrage steigt nun nicht mehr zwingend mit sinkendem Preis. Außerdem kann es vorkommen, dass die Nachfrage nicht linear sinkt, bei linear steigendem Preis sondern ab einem gewissen Preis gegen 0 sinkt

 

2.1 Definition Nachfrage:

Die Nachfrage bezeichnet den Bedarf an Gütern und Dienstleistungen zu einem gewissen Preis. Die Nachfrage ist also stark an den Preis gebunden. Da in der Ökonomie der ceteris paribus gilt, also alle Rahmenbedingungen gleich bleiben, besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Preis und Nachfrage. Steigt der Preis also linear, so sinkt gleichermaßen die Nachfrage linear.

 

2.2 Definition Angebot:

Das Angebot bezeichnet die Menge an Gütern und Dienstleistungen ebenso zu einem gewissen Preis. Das Angebot ist also ebenfalls stark an den Preis gebunden. Auch hier gilt in der Ökonomie der ceteris paribus, es wird also beispielsweise davon ausgegangen, das es bei einzelnen Gütern keine Qualitätsunterschiede gibt.


Fasst man beides in einer Grafik zusammen so ergibt sich ein Gleichgewichtspreis an der Stelle an der sich die Nachfragekurve mit der Angebotskurve schneidet. Zu diesem Preis stimmen Angebot und Nachfrage überein.

 

Quelle:  http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/pics/imageD49.JPG

 

3. Aktueller Markt:

Auf dem heutigen Markt übersteigt jedoch abgesehen von einigen Ausnahmen, das Angebot bei weitem die Nachfrage. Am deutlichsten äußert sich dies für den Konsumenten dadurch, dass es um ein bestimmtes Bedürfnis zu erfüllen mittlerweile zahlreiche größtenteils komplett substituierbare Güter gibt. Man ist also nicht gezwungen ein bestimmtes Produkt zu kaufen sondern hat eine große Auswahl an verschiedenen Produkten die alle den selben Nutzen stiften. Daraus folgt, dass der Konsument auf dem heutigen Markt über wesentlich größere Macht verfügt als es früher der Fall war. Man spricht davon dass sich der Markt vom Verkäufer – zum Käufermarkt entwickelt hat.


4. Merkmale eines Verkäufermarktes

Auf einem Verkäufermarkt ist die Nachfrage wesentlich größer als das Angebot. Dadurch befindet sich der Anbieter in einer strategisch besseren Position als der Konsument. Auf einem Verkäufermarkt steigen die Preise tendenziell eher an als dass sie fallen. Dies liegt vor allem daran, dass auf der einen Seite der hohen Nachfrage nur ein sehr knappes Angebot gegenübersteht, auf der anderen Seite befinden sich auf dem Markt relativ wenige Mitbewerber so dass der Konkurrenzdruck kaum vorhanden ist. Ein Verkäufermarkt kann auch dadurch entstehen, dass der Konsument vom Anbieter abhängig ist, wenn also eine hohe Nachfrage nach einem Gut besteht, das nicht durch andere Güter substituiert werden kann. Der Anbieter kann auf einem Verkäufermarkt die Preise sehr frei bestimmen. [4] 

 

Beispiele für einen Verkäufermarkt in der Heutigen Zeit ist zum Beispiel der Treibstoffmarkt: Die Nachfrage nach Benzin ist sehr hoch, auf der anderen Seite wird dem Konsumenten eine Knappheit suggeriert. Hinzu kommt dass beinahe jeder vom Benzin abhängig ist. Somit werden die Preisanstiege hin genommen, der Konsum geht dadurch trotz allem nicht zurück.

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5. Merkmale eines Käufermarktes

Auf einem Käufermarkt herrscht ein großes Überangebot. Dadurch befindet sich der Konsument in der strategisch besseren Position als der Anbieter. Der Konsument hat eine große Menge komplett substituierbarer Güter zur Auswahl und ist nicht an einen Anbieter und dessen Preise gebunden. Der Konkurrenzdruck auf einem Käufermarkt ist sehr hoch. Dadurch fallen die Preise meist, da auf der einen Seite jeder Anbieter versucht, seine Güter abzusetzen, auf der anderen Seite der Konsument bei gleicher Qualität nur bereit ist beim günstigsten Anbieter zu kaufen. Durch die technische Entwicklung, vor allem in der Informationstechnologie wird die Entstehung solcher Käufermärkte zusätzlich begünstigt. Durch das Internet ist es heute sehr einfach, Preise zu vergleichen und Produktinformationen sowie Erfahrungen über diese Produkte zu erhalten. Dies macht die Käufer auf dem heutigen Markt noch Mächtiger. [4]

 

6. Folgen des Überangebotes:

Konsumenten sind aufgrund des Überangebotes wesentlich preisorientierter geworden. Aus diesem neuen Kaufverhalten entstanden einige neue Wirtschaftszweige wie z.B. Discounter und später Onlinehändler wie www.amazon.com oder www.ebay.com, die beträchtliche Marktanteile eroberten. Experten schätzen "(...) den Marktanteil von Ebay doch auf 98 oder sogar 99 Prozent des Handelsvolumens.“ [3] ( Quelle: http://www.zdnet.de) Gleichzeitig florieren Testzeitschriften und Onlinepreisportale. Dies ist einerseits auf das durch das Überangebot entstandene Kaufverhalten der Konsumenten zurückzuführen, andererseits hängt es auch damit zusammen, dass die Konsumenten zu Gunsten eines günstigeren Preises teilweise bereit sind, auf Beratung zu verzichten. Gleichzeitig versuchen die Anbieter durch erweiterte Serviceleistungen Kunden für sich zu akquirieren. Durch die Fülle an Onlineversandhäusern profitieren auch Logistikunternehmen wie DHL und Hermes Versand

Da ein ewiger Preiskampf aus ökonomischer Sicht auf Dauer nicht sinnvoll ist, sind Anbieter gezwungen sich auf andere Weise zu profilieren und aus der Masse hervorzustechen. Dies kann einerseits durch erweiterte Serviceleistungen wie 24 Stunden Versand oder kostenlose Anlieferung geschehen, andererseits dadurch, dass das Unternehmen einzigartige Güter anbietet oder soweit möglich eine Prestigeträchtige Marke erschafft, die die Konsumenten bereit sind zu kaufen, obwohl es auf dem Markt vergleichbare Produkte zu erheblich günstigeren Preisen gibt. Das prominenteste Beispiel hierfür ist die Marke „APPLE“, die mit den Verkaufszahlen immer wieder neue Maßstäbe setzt, ohne sich dabei über Tiefpreise profilieren zu müssen. [5]

 

7. Fazit:

Durch das Überangebot haben sich die Märkte größtenteils von Verkäufermärkten zu Käufermärkten gewandelt. Die Konsumenten haben dadurch größeren Einfluss auf die Märkte. Auf der anderen Seite bietet dies große Chancen für neue Wirtschaftszweige. Es musste eine Anpassung an die neuen Verhältnisse stattfinden. Durch die Dynamik des Marktes bieten sich heute völlig neue Möglichkeiten und Herausforderungen für die Anbieter. Wie es früher der Fall war. Andrerseits haben heute die Konsumenten auch viel höhere Anforderungen an die Anbieter.

 

 

8. Quellenangaben:

 

[1] http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Nachfrage.html

[2] http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/angebot.html

http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/pics/imageD49.JPG

http://www.fseidi.de/bilder/su/supgesam_.jpg

http://www.faz.net/artikel/C31306/internet-amazon-verliert-marktanteile-im-online-buchhandel-30023144.html

[3]http://www.zdnet.de/it_business_strategische_planung_ebay_taumelt_aber_welche_alternativen_gibt_es_ueberhaupt_story-11000015-39198654-1.htm

[4]http://wirtschaftpedia.wikia.com/wiki/K%C3%A4ufermarkt_und_Verk%C3%A4ufermarkt

http://investor.ebayinc.com/

[5]http://www.zdnet.de/news/wirtschaft_unternehmen_business_pc_markt_apples_verkaufszahlen_wachsen_188_prozent_im_ersten_quartal_story-39001020-41552330-1.htm