Druckversion

 

Konsumentenrente (de.) – Consumer surplus (eng.)

  1. Definition
  2. Die Konsumentenrente am Markt
  3. Die Wohlfahrt
  4. Quellenverzeichnis

Definition

Der Begriff der Konsumentenrente geht auf den französischen Bauingenieur Jules Dupuit (1804-1866) und den englischen Nationalökonomen Alfred Marshall (1842-1924) zurück und bezeichnet die Differenz zwischen der Zahlungsbereitschaft des Konsumenten für ein Gut und dem Preis des Gutes, den der Konsument tatsächlich zahlen muss.[1] Die Zahlungsbereitschaft gibt an, wie viele Geldeinheiten ein Konsument maximal bereit ist um eine zusätzliche Einheit eines Gutes zu erwerben.[2]

Das Prinzip der Konsumentenrente wird in folgender Tabelle kurz dargestellt:

Anhand dieser Tabelle ergibt sich, dass sich die ersten drei Mengeneinheiten für den Konsumenten lohnen, da dort die Zahlungsbereitschaft größer ist als der zuzahlende Preis. Bei der 4. Mengeneinheit gilt der Konsument als indifferent, aber man geht davon aus, dass auch diese Mengeneinheit konsumiert wird. Der „Gewinn“ des Konsumenten beträgt sechs Euro, da er diese sechs Euro weniger ausgegeben hat, als er es vor hatte. Diese sechs Euro werden als Konsumentenrente bezeichnet.[3]

Erweiterung des Beispiels aus der Tabelle:

Die Person X1 trinkt gerne Kaffee und geht in sein Lieblingscafé. Dort wird heute die Tasse Kaffee für nur 3 Euro angeboten. Allerdings wäre X1 auch bereit gewesen 6 Euro zu bezahlen, da er schon länger keinen Kaffee mehr getrunken hat. Für die zweite Tasse Kaffee ist X1 allerdings nur noch bereit 5 Euro zu zahlen, da sein Nutzen daraus nicht mehr so groß ist, wie bei der ersten Tasse. Für die dritte Tasse bezahlt er noch 4 Euro und für die vierte noch genau die 3 Euro aus dem Angebot. Die fünfte Tasse Kaffee trinkt X1 trinkt nicht mehr, da er nicht mehr bereit ist die 3 Euro für den Kaffe zu zahlen, da er genug Kaffee getrunken hat und keinen Nutzen mehr aus der nächsten Tasse ziehen würde. Dieser Fall wird im Folgenden grafisch dargestellt:


Aus der obigen Tabelle kann man entnehmen, dass die Konsumentenrente 6 Euro beträgt. In der Grafik entspricht dies, den grünen Balken unterhalb der Nachfragefunktion (rote Linie) und oberhalb des festgesetzten Preises (schwarze Linie).

Allerdings tauchen in dieser Grafik noch weiße Dreiecke zwischen den Balken, die die Zahlungsbereitschaft messen, und der Nachfragefunktion auf. Diese Dreiecke werden bei der Berechnung der Konsumentenrente nicht berücksichtigt, da die Dreiecke bei immer kleiner werdenden Einheiten verschwinden und somit nur noch eine Fläche unterhalb der Nachfragefunktion und oberhalb der Preisgerade vorhanden ist.[4]

Deshalb kann man verallgemeinert sagen, dass die Konsumentenrente für einen einzelnen Konsumenten der Fläche unterhalb der Nachfragefunktion und oberhalb der Preisgerade entspricht.[5]


Die Konsumentenrente am Markt

Wenn Käufer und Verkäufer am Markt teilnehmen, wollen sie ihren Nutzen erweitern. Für die Käufer ist dieser Nutzen gleich der Konsumentenrente. Da dies für einen individuellen Käufer gilt, ist die Konsumentenrente des gesamten Marktes gleich der Summe aller individuellen Konsumentenrenten der Käufer.[6]

Verallgemeinerung des oben genannten Beispiels:

Der Kaffeepreis pro Tasse liegt bei 3 Euro (P1). Dies bedeutet, dass alle Käufer am Markt nur diesen Preis bezahlen müssen, denn der Marktpreis ist für alle Teilnehmer am Markt gleich.  Dabei ist es egal, ob die Käufer, wie Person X1, bereit gewesen wären mehr zu bezahlen. Die Konsumentenrente von allen Käufern ist dann gleich der Fläche oberhalb des Marktpreises und unterhalb der Nachfragekurve.[7]

Wenn der Marktpreis nun ansteigen würde, P2 = 4 Euro, reduziert sich die Konsumentenrente. Im umgekehrten Fall, bei einem sinkenden Marktpreis, P3 = 2 Euro, erhöht sich die Konsumentenrente.[8]




Allgemein bedeutet dies, dass je geringer der Marktpreis ist, desto besser geht es den Konsumenten und desto höher ist auch ihre Konsumentenrente. Auf der anderen Seite, wenn der Marktpreis steigt, verringert sich ihre Konsumentenrente. Dieser Fall ist auf eine geringere Nachfrage zurückzuführen, denn aus Produkten, die nicht gekauft werden, kann man auch keine Rente beziehen.[9]

Man kann die Konsumentenrente nicht nur anhand der Fläche unterhalb der Nachfragefunktion und oberhalb des Marktpreises bestimmen, sondern auch mit Hilfe einer Formel:


[10]


Mit p=der maximale Betrag, den Konsument bereit ist für ein Gut zu zahlen, p*=Marktpreis, q=Gleichgewichtsmenge, lässt sich die Konsumentenrente berechnen.[10]


Die Wohlfahrt 

Die Wohlfahrtsökonomie ist ein Bereich der Volkswirtschaftslehre und beschäftigt sich mit dem Thema, wie man die knappen Ressourcen einer Volkswirtschaft am besten nutzen kann um ein Wohlstandsmaximun zu erreichen. Dabei werden verschiedene Ansichtspunkte untersucht, wie z.B.: die Auswirkung wirtschaftlichen Handelns, staatliche Einflüsse auf das Gesamteinkommen der Volkswirtschaft oder auch die Verteilung von Einkommen und Nutzen zwischen den Marktteilnehmern.[11]

Der Konsumentenrente steht die Produzentenrente gegenüber. Sie gibt die Differenz zwischen dem Marktpreis und dem Preis an, zu dem der Anbieter gerade noch sein Produkt anbieten würde.[12] Die Summe aus Konsumenten- und Produzentenrente gilt als ein Instrument zur Messung der Wohlfahrt bzw. des ökonomischen Wohlstands der Gesamtheit aller Mitglieder einer Volkswirtschaft. Im Falle der vollständigen Konkurrenz wird diese Summe maximiert und dann liegt ein Wohlfahrtsmaximum vor.[13]

Jede Abweichung von diesem Maximum ist mit einem Wohlfahrtsverlust verbunden, dies bedeutet, dass sich die Summe der Konsumenten- und Produzentenrente verringert. Ursachen für einen solchen Wohlfahrtsverlust sind z.B.: Monopole, Eingriffe in die freie Preisbildung (Mindest- oder Höchstpreise), Steuern und Zölle.[14]


Fußnoten:

[1]= Vgl. Gröndahl und Leroch, Einfach lernen! Mikroökonomie, S.62

[2]= Vgl. Petersen, WISU-Lexikon Zahlungsbereitschaft

[3]= Vgl. Petersen, WISU-Lexikon Konsumentenrente

[4]=http://www.mikrooekonomie.de/Markt-%20und%20Preistheorie/Konsumentenrente.htm

[5]= siehe [4]

[6,7,8,9]=http://www.vwl-online.ch/mikrookonomie/nachfragetheorie/02_konsumentenrente/view

[10]=http://de.wikipedia.org/wiki/Konsumentenrente

[11]=http://de.wikipedia.org/wiki/Wohlfahrts%C3%B6konomik

[12]=http://de.wikipedia.org/wiki/Produzentenrente

[13]= Vgl. Petersen, WISU-Lexikon Wohlfahrt(-smaximum)

[14]= Vgl. Petersen, WISU-Lexikon Wohlfahrtsverlust



Quellenverzeichnis:

Bücher

- wiWirtschaft -Mikroökonomie von Robert S. Pindyck und Daniel Rubinfeld; -7. Auflage- Pearson Studium, 2009; S. 185 – 188

- Einfach lernen! Mikroökonomie von Jörg Gröndahl und Martin Leroch; -1. Auflage- Book Boon, 2006; S.62+63

Internet

-http://www.mikrooekonomie.de/Markt-%20und%20Preistheorie/Konsumentenrente.htm     11.05.2011

-http://www.vwl-online.ch/mikrookonomie/nachfragetheorie/02_konsumentenrente/view   09.05.2011

- http://www.rmoser.ch/downloads/t07.pdf     09.05.2011 

- http://de.wikipedia.org/wiki/Konsumentenrente    09.05.2011

- http://de.wikipedia.org/wiki/Produzentenrente   18.05.2011

- http://de.wikipedia.org/wiki/Wohlfahrts%C3%B6konomik   29.05.2011


Magazin

-„WISU-Lexikon Konsumentenrente, Wohlfahrt(-smaximun,-sverlust),  Zahlungsbereitschaft“ von Dr. Thieß Petersen aus: WISU - das Wirtschaftsstudium von Prof. Dr. T. Hartmann-Wendels, Prof. Dr. R. Thome und Prof. Dr. Dr. h.c. A. Wolf, Lange Verlag GmbH & Co.KG

 

Das beschriebene Beispiel und die Diagramme, die hier angeführt wurden, sind selbst erstellt worden.