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1. Definition „Umsatz“

2. Berechnung des Umsatzes

3. Bedeutung des Umsatzes für ein Unternehmen

4. Bedeutung des Umsatzes für einen Staat

5. Fazit

 

1.Definition „Umsatz“ (engl. Sales, turnover)

Der Umsatz ist die Summe der in einer Periode abgesetzten Produkte und Dienstleistungen.

Er lässt sich am besten durch eine Erlösparabel darstellen.

[1]

 

Die rote Parabel beschreibt den Umsatz des Produktes, während die Absatzmenge durch die blaue Gerade dargestellt wird. Wenn der Preis für das Produkt zu hoch ist, in diesem Fall für  1,00 GE (Geldeinheiten), kommt es zur endgültigen Stagnation: die Absatzmenge ist gleich Null und verändert sich nicht mehr. Folglich gibt es zu diesem Zeitpunkt  keine Nachfrage.  Anders verhält es sich, wenn das Unternehmen das Produkt für 0,05 GE anbietet. Die Absatzmenge ist hier sehr hoch, der Gesamtumsatz hingegen ebenfalls gering, da der Verkaufspreis des Gutes so günstig ist. Das optimale Gleichgewicht zwischen Absatzmenge und Verkaufspreis befindet sich daher am Hochpunkt der Parabel. Das Lot (gelbe Gerade) zeigt, dass bei einem Preis von 0,50 GE die Absatzmenge bei 2500 Stück liegt. In diesem Beispiel erzielt das Unternehmen den höchst möglichen Umsatz, wenn es sein Produkt für 0,50 GE  anbietet.

 

2. Berechnung des Umsatzes

Der Umsatz, den ein Unternehmen erzielen kann, ergibt sich als Produkt aus abgesetzter Menge und Preis:

R=q * p

(R für Umsatz, Unterscheidung von Nutzen U)

Zieht man davon die Gesamtkosten ab, erhält man den Gewinn (G):

G=E – K [2]

Der Gewinn lässt sich also aus dem Umsatz errechnen. Umsatzsteigerung bedeutet aber keinesfalls Gewinnerhöhung.

 

3. Bedeutung des Umsatzes für ein Unternehmen

Eine Grundlegende Frage gilt es zu klären: welche Bedeutung hat der Umsatz für ein Unternehmen?

Nehmen wir uns als Beispiel ein Unternehmen, das sich nur auf die Produktion und  den Vertrieb eines Produktes spezialisiert hat.

1. Sind die Durchschnittsumsätze größer als die Durchschnittskosten,  bleibt nach Abzug aller Kosten von den Umsätzen tatsächlich ein Gewinn im ökonomischen Sinn übrig.

2. Sind die Durchschnittsumsätze gleich den Durchschnittskosten, bleibt nach Abzug aller Kosten von den Erlösen kein Gewinn übrig. Der Unternehmer steigt `pari` aus, also ohne Gewinn, aber auch ohne Verlust.

3. Sind die Durchschnittsumsätze kleiner als die durchschnittlichen Totalkosten, aber größer als die durchschnittlichen variablen Kosten, dann wird zumindest ein positiver Deckungsbeitrag erwirtschaftet. Mit jeder produzierten und verkauften Einheit  wird also ein bestimmter Betrag erwirtschaftet, der zur Deckung der Fixkosten herangezogen werden kann. Jedoch langfristig gesehen, kann das Unternehmen  die fixen Kosten nicht decken und muss „ceteris paribus“ in diesem Fall ausscheiden.

4. Sind die Durchschnittsumsätze kleiner als die durchschnittlichen variablen Kosten, dann bedeutet dies einen negativen Deckungsbeitrag. Produziert ein Unternehmen in diesem Fall, so käme es zu einem Verlust, der die fixen Kosten übersteigt. An diesem Punkt ist es sinnvoll die Produktion einzustellen.[3] 

An diesem Beispiel erkennt man, weshalb der Umsatz so wichtig für ein Unternehmen ist. Nur die Unternehmen, welche es schaffen ihr Produkt zu verkaufen, können sich im Markt etablieren.

Ebenfalls gut zu erkennen: der Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Der Gewinn ist vom Umsatz abhängig, denn wenn der Umsatz ausfällt, gibt es auch keinen Gewinn. Es ist aber auch möglich, dass trotz steigendem Umsatz ein Gewinnrückgang zu verzeichnen ist (gestiegene Kosten).

„Wenn eine Gesellschaft einen großen Umsatz erzielt, bedeutet das keineswegs automatisch, dass dieses Unternehmen auch hohe Gewinne erzielt, wobei eine Steigerung des Umsatzes dennoch als positives Zeichen gewertet wird.“[4]

Der Umsatzentwicklung wird im Unternehmen die größte Beachtung geschenkt wird. Die meisten Märkte sind gesättigt und oftmals wettbewerbsintensiv, daher scheint die Umsatzsteigerung schwierig. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass ein Unternehmen flexibel und ständig innovativ bleibt.

 

4. Bedeutung des Umsatzes für einen Staat

Durch den Umsatz kann man besonders gut Veränderungen auf dem Markt beobachten. Bei gleich bleibender Geldmenge  bedeutet eine Steigerung des Umsatzes eine Verschiebung des Marktanteils. Wenn in einer Branche eine Umsatzsteigerung zu erkennen ist, bedeutet dies automatisch, dass eine andere Branche einen Umsatzrückgang erleiden musste.  Unter der Geldmenge bzw. Geldmengenaggregat, versteht man in der Ökonomie den gesamten Bestand an Geld, der in einer Volkswirtschaft zur Verfügung steht und sich in Nicht-Banken befindet.[5]

Welche Bedeutung hat überhaupt der Umsatz eines einzelnen Unternehmens für den Staat? Diese Frage ist ganz einfach mit einem Wort zu beantworten: Umsatzsteuer. Die Umsatzsteuer ist die größte Einnahmequelle der Bundesrepublik Deutschland.

[6]

 Der Staat ist also daran interessiert, dass ein ständiger Kauf und Verkauf von Waren stattfindet. Da er automatisch beteiligt wird, profitiert er von einer allgemeinen Umsatzsteigerung.

Bei den Umsätzen ist zwischen steuerbaren und nicht steuerbaren Umsätzen zu unterscheiden.

„Steuerbar (und damit grundsätzlich steuerpflichtig) sind alle Lieferungen (von Gegenständen) und sonstigen Leistungen (Dienstleistungen) die im Rahmen einer unternehmerischen Tätigkeit gegen Entgelt ausgeführt werden. Steuerbar sind ebenso die Entnahme von Gegenständen aus dem Unternehmen für private Zwecke und für unentgeltliche Zuwendungen. Steuerbare Umsätze sind entweder steuerpflichtig oder steuerfrei.“[7]

Umsätze die nicht Steuerbar sind fallen nicht unter das Umsatzsteuergesetz, wie zum Beispiel: Der Verkauf einer Waschmaschine aus dem Privatvermögen.

Was passiert, wenn die Kaufkraft des Volkes nachlässt und den Unternehmen die Umsätze ausbleiben? Es entsteht eine Wirtschaftskrise. Kann der Staat einem allgemeinen Umsatzrückgang und einer damit verbunden Wirtschaftskrise  entgegenwirken, indem er die Geldmenge erhöht? Zu dieser falschen Schlussfolgerung äußerte sich John Maynard Keynes (* 5 Juni 1883 in Cambridge; † 21 April 1946 in Tilton, Firle, East Sussex) wie folgt:

„Einige Leute scheinen daraus abzuleiten, Produktion und Einkommen könnten erhöht werden, indem man die Geldmenge erhöht. Aber dies ist so, als würde man versuchen dick zu werden, indem man sich einen längeren Gürtel kauft.“

Es muss immer berücksichtigt werden, dass durch eine erhörte Geldmenge auch das Preisniveau steigt. Im schlimmsten Fall führt das Ganze  zu einer Inflation, welche die Probleme im Staat vergrößert.

 

5. Fazit: Der Umsatz ist für ein Unternehmen einer der wichtigsten Kennzahlen. Seine Entwicklung zeigt an ob sich ein Unternehmen dauerhaft auf dem Markt etablieren kann oder nicht. Auch für den Staat ist der Umsatz essenziell. Ohne den ständigen Kauf und Verkauf von Waren oder Dienstleistungen würde ein Staat verarmen.

 


[1] http://www.luk-korbmacher.de/Schule/Mathe/mE%28x%29.gif

[2] Vgl. Rene Neubäumer, Brigitte Hewel: Volkswirtschaftslehre, 4. Auflage, S. 85f.

[3] Vgl. Ferry Stocker: Moderne Volkswirtschaftslehre, 6. Auflage, S.63f

[4] http://www.1x1-boerse.de/Umsatz-Definition.html 

[5] vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge

[6] http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/b/bc/StAufk.PNG/600px-StAufk.PNG

[7] http://www.buchfuehrungstipps.de/umsatzsteuer.html