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Marktnische 
Sprachgeschichtlich geht lt. Brockhaus das Wort “Nische” auf das französische Wort “niche”, bzw. auf das lateinische “nidus” zurück und bedeutet ursprünglich “Nest”[1].
Zunächst fand der Begriff  “Nische” seine Verwendung hauptsächlich in Architektur, Ornithologie und Biologie bis ihn schließlich der Ökonom Joseph Schumpeter auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften verwendete.
Heute versteht man unter einer Marktnische einen Ausschnitt aus einem Gesamtmarkt, dessen Bedürfnisprofil noch nicht (= Marktlücke) oder unzureichend (=Versorgungslücke) erfüllt wird. Folglich kann auf diese Weise eine Nische entstehen.
Vom Blickwinkel des Marketings her gesehen, definiert sich die Nische durch eine homogene Kundengruppe, eine außergewöhnliche Produktgruppe oder durch sozioökonomische, geographische und psychologische Faktoren[2].
Oft wird die Nische von kleineren Firmen entdeckt und bedient, denn die Entscheidung für eine Nische bedeutet immer auch die Entscheidung für suboptimale Betriebsgröße und Umsätze.
Nischenstrategien sind nämlich dann erfolgreich, wenn es für die Anbieter des Kernmarkts aus Gründen der Technologie, des Vertriebssystems etc. Probleme bei der Bedienung der Nische gibt. Dabei erlangen im Gegensatz zu Generalisten Nischenfirmen durch ihre Spezialisierung, Differenzierung, Individualisierung und Konzentration deutliche Wettbewerbsvorteile, oft sogar ein Quasi-Monopol, und dadurch eine hohe Rentabilität[3].
Die folgende Abbildung von M.E. Porter verdeutlicht dieses. 
U-Kurve von M.E. Porter
Abb.1: U-Kurve von M.E. Porter 
Trotz oftmals klarer Vorteile sind auch die Nischen nicht vor wirtschaftlichem Verfall geschützt. Es kann sich die Nische als zu klein und damit unrentabel erweisen[4] oder Großanbieter können plötzlich zur Konkurrenz werden, wenn sie z.B. ihreTechnologie entsprechend umgestellt haben. Auch für Nischenanbieter erweisen sich dann Qualität, Preiswürdigkeit und Zuverlässigkeit als der beste Schutz vor aggressiver Konkurrenz[5]. 
Unternehmen, die über E-Commerce vertreiben, können diese Nischen nutzen, indem Sie die Geschäftsprozesse auf Basis der Internettechnologien optimieren und so erhebliche Kosten sparen. Weitere Vorteile des E-Commerce für Unternehmen, die eine Marktnische bedienen, sind, dass die Kommunikation mit den Kunden und die Erschließung neuer Vertriebskanäle erheblich vereinfacht werden.
Fixkosten und Transaktionskosten können durch E-Commerce rapide gesenkt werden. So kann eine effizientere Geschäftsabwicklung erreicht werden. Weiter kann die o.g. problematische Bedienung der Nische durch kostengünstige Geschäftsabwicklung gewährleistet werden.  

[1] Vgl. Brochaus, S. 357
[2] Vgl. Porter, S. 71
[3] Vgl. Schreyögg, S. 45
[4] Vgl. Schreyögg, S. 57

[5] Vgl. Schierenbeck, S. 402

 

Quellen
Brockhaus – die Enzyklopädie: 20. Aufl., Leipzig, 1997
Porter, M.E.: Wettbewerbsstrategie, 6.Aufl., Frankfurt, 1990
Schierenbeck, H: Grundzüge der Betriebswirtschaft, 16. Aufl., München, 2003
Schreyögg, G.: Grundlagen des Managements, 1.Aufl., Wiesbaden, 2007
Staehle, Wolfgang H.: Management: eine verhaltenswissenschaftliche Perpektive; 8. Auflage; München:1999
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