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Ethik und Internet

„Ökonomie ist die Buchhaltung der Ethik.“ Auf diese Definition wollen wir uns im weiteren Verlauf des Beitrages beziehen. Das Internet stellt für die Ökonomie eine technische Ebene der Kommunikation bereit, die das Handeln der Menschen begleitet und den Umgang miteinander unterstützt. Da die Ökonomie in das soziale System einer Gesellschaft eingebunden ist, sind ökonomische Ergebnisse von den gesellschaftlichen Normen und Werten bestimmt.

Die Ethik ist die Sittenlehre[1], innerhalb der die Normen und Tugenden diskutiert werden, die zu Handlungen des Menschen führen. Sie beantwortet nach Kant die Frage: “Was soll ich tun?“ Im Ergebnis wendet der Mensch die Ethik in seinen Handlungen an und die Ökonomie betrachtet die Ergebnisse.

Das Internet liefert als Medium keine eigene Ethik, so wenig wie die Sprache oder die Schrift eine Ethik mitbringen. Das Medium ist lediglich Träger von Informationen. Allerdings verbindet das Medium die Menschen indirekt miteinander[2] und unterstützt so die Anwendung der Normen und Tugenden.

Die Verbindung der Ethik mit dem Internet untersucht die Frage, ob das Medium neue Informationen zur Anwendung von Normen und Tugenden offeriert, die in den bisherigen Medien nicht abgebildet werden konnten.

Die Medien sind ihrerseits keine gesellschaftliche Grundlage, sondern ein Angebot der Technik, das nach ethischen Maximen eingesetzt wird. Das Internet ist das erste interaktive Massenmedium. Die Ethik wählt die Möglichkeiten aus und die Ökonomie zählt die quantifizierten Ergebnisse zusammen.

Der Diskurs liefert einen Beitrag zu den Fragen, ob die Technik des Internets zu fehlerhaft ist und die böswilligen Anwender nicht abwehren kann, oder ob das neue Medium ein Vergrößerungsglas auf gesellschaftliche Missstände ist.


[1] Aus Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Vorrede, S. 19

[2] Die Technik verbindet zunächst einmal Computer.

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