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Das Federal Reserve System

The US Federal Reserve System


Inhalt

  • Geschichte
  • Aufbau
  •  Das Federal Open Market Committee
  •  Die Aufgabenverteilung
  •  Einschränkungen
  •  Quellenverzeichnis und weiterführende Links

 

Geschichte

Als Reaktion auf die Finanzkriese des Jahres 1907 gründete der Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika Ende des selbigen Jahres per Gesetzeserlass die „National Monetary Commission“. Zur Unterstützung bei den ihr durch die Regierung auferlegten Aufgaben wie der Beobachtung der US-Banken und der Geldsysteme, beantragte diese Kommission eine Gründung einer Institution, die die operativen, wirtschaftsstrategischen Aufgaben übernimmt. Daraufhin wurde sechs Jahre später, 1913, der „Federal Reserve Act“ erlassen, der bis heute die Grundlage des „Federal Reserve Systems“, kurz „Fed“, darstellt.[1]

 

Aufbau

Die oberste Instanz des Federal Reserve Systems bildet das „Board of Governors“ (BOG). Es besteht aus sieben Mitgliedern, die für eine Amtszeit von 14 Jahren vom US-Präsidenten ernannt und vom Senat berufen werden. Präsident und Senat berufen darüber hinaus aus dem BOG auch den Präsident und Vizepräsident des Fed, welche für vier Jahre ihr Amt innehaben.

Die Ernennung der Mitglieder des BOG erfolgt nach einem Staffelsystem, d.h. alle zwei Jahre, am 1. Februar wird jeweils eine Stelle neu besetzt. Alle Mitglieder, die die ihre volle Amtszeit im BOG absolvieren können daraufhin kein zweites Mal für diese Position ernannt werden.[2]

Das Federal Reserve System besteht aus zwölf Banken, den sogenannten „Federal Reserve Banks“ (FRB). Diese sind jeweils Vertreter ihres entsprechenden Distrikts.

Die Festlegung dieser Distrikte (Boston, Philadelphia, Richmond, Cleveland, Chicago, Atlanta, St. Louis, Dallas, Minneapolis, Kansas City, San Francisco und New York)[3] stammt aus den frühen Gründungsjahren. Damals waren dies die größten Banken der Städte mit politischer bzw. wirtschaftlicher Bedeutung eines Bezirks mit annähernd gleichem Bruttoinlandsprodukt, was sich allerdings, aufgrund unterschiedlichen, wirtschaftlichen Entwicklungen bis heute stark verändert hat.[4] 

Jede der FRB hat sein eigenes Direktorat, bestehend aus neun Mitgleidern. Drei von Ihnen werden durch den BOG ernannt, die Übrigen durch die FRB selbst bestimmt. Sie Alle repräsentieren zu gleichen Teilen die dem Fed angehörenden Geschäftsbanken (die drei Vertreter, die durch den BOG bestimmt werden), den Sektor Handel, Industrie und das Agrargewerbe sowie die Interessen der Öffentlichkeit Ihres jeweiligen Distrikts.[5]

Darüber hinaus sind in jedem Distrikt unterhalb der Federal Reserve Banks 25 weitere Banken als Zweigstellen angesiedelt. Diese setzen sich aus den jeweils größten US-Banken zusammen, da diese per Gesetzgebung dazu verpflichtet sind, Mitglieder des Federal Reserve Systems zu werden.


 Gremien des Federal Reserve System

        Gremien des Federal Reserve Systems

Die Distrikte der Federal Reserve Banks

        Die Distrikte der Federal Reserve Banks     

 

Das Federal Open Market Committee

Das „Federal Open Market Committee“ (FOMC) bildet die wichtigste Instanz des Federal Reserve Systems.

Es besteht aus den sieben Mitgliedern des Board of Governors und fünf Präsidenten der Federal Reserve Banks; also insgesamt zwölf Vertretern. Die Präsidenten der FRB wechseln in einem einjährigen Rotationsprinzip ihren Sitz im FOMC. Zwar nehmen alle Vertreter der FRB an den jährlich acht Sitzungen des FOMC teil, stimmberechtigt sind jedoch nur die jeweiligen fünf aktuellen Mitglieder.[6]

Eine besondere Stellung in diesem System nimmt die Federal Reserve Bank of New York ein. Aufgrund ihrer politischen und wirtschaftlichen Bedeutung hat diese einen stetigen Sitz im FOMC. Sie ist auch die einzige Bank des Fed, die Auslandsgeschäfte betreibt.[7]

 

Die Aufgabenverteilung

Die ursprünglichen Aufgaben, und somit auch Gründungsintention des Federal Reserve Systems waren es, die nationalen Banken zu lenken, Kreditbeschaffungen zu kontrollieren und, wie bereits erwähnt als Folge der Finanzkriese von 1907, zukünftigen Finanz- & Geldkrisen vorzubeugen bzw. diese zu verhindern.

In diesem Zusammenhang hat das Fed die Möglichkeit private Geldschöpfung zu betreiben. Dies tut sie, indem sie Geld schafft, um dieses dem Staat als Kredit zu vergeben; die Seigniorage, also die Nettoerträge aus der Bargeld- / Wertpapieremission und deren Platzierung auf einem organisierten Geld- / Kapitalmarkt, verbleibt dabei als Profit im Besitz der Bank.[8]

Das Board of Governors hat eine eher strategische Funktion im Fed. Es entscheidet über die Umsetzung der vom FOMC erarbeiteten Vorschläge, überwacht und reguliert das operative Geschäft der Federal Reserve Banks und urteilt über die Gesetzgebung bezüglich der Privatkreditvergabe. Darüber hinaus pflegt es den Kontakt und das Verhältnis zu Zentralbanken anderer Nationen.[9]

Die operativen Aufgaben des Federal Reserve Systems werden durch das FOMC bestritten. Wie der Name bereits erläutert führt dieses vor allem das Offenmarktgeschäft des Fed durch, d.h. es bietet den einzelnen Geschäftsbanken als höhere Institution festverzinsliche Wertpapiere zum Kauf an (Offenmarktpapiere) oder kauft eigenständig Wertpapiere von anderen Anbietern ein (Offenmarktgeschäft).

Des Weiteren entscheidet das Federal Open Market Committee über eine Änderung der „Federal Funds Rate“, also des Zinssatzes, zu dem sich die FRB untereinander Geld leihen können (US-Leitzins), um ihre Mindestreserven zu halten. Wie hoch die minimalen Einlagen der FRB bei der Zentralbank sind legt ebenfalls das FOMC fest.

In wie weit die Fed in den Devisenmarkt eingreift, also den Wechselkurs des US-Dollars in andere Währungen beeinflusst, legt auch das FOMC fest.[10]

Aufgabe der FRB ist neben ihrem klassischen operativen Tagesgeschäft vor allem die Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage aus Sicht der Bank, aber auch aus der der dem Direktorat angehörigen sechs weiteren Vertreter aus Wirtschaft und Öffentlichkeit. Dazu veröffentlichen alle zwölf Federal Reserve Banken acht Mal pro Jahr vor der nächsten Sitzung des FOMC das sogenannte „Beige Book“ (org.: „Summary of Commentary on Current Economic Conditions by Federal Reserve District“). Es ist eine Sammlung von Kommentaren zur Konjunktur des jeweiligen Distrikts der FRB.[11]

 

Einschränkungen

Seit der Gründung des Federal Reserve Systems 1907 wurden dessen Rechte und dessen Unabhängigkeit mehr und mehr eingeschränkt. So wurde beispielsweise 1977 per Gesetz erlassen, dass die Fed enger mit dem US-Kongress zusammen arbeiten muss. Seit dem ist sie verpflichtet, dem Kongress zwei Mal jährlich einen Bericht über die aktuelle Wirtschaftslage und zukünftig geplante Geldgeschäfte vorzulegen.

Im folgenden Jahr wurde darüber hinaus ein Gesetz erlassen, dass eine externe Finanzkontrolle durch das GAO („Government Acountability Office“) ermöglicht. Dieses unterlag jedoch einigen Beschränkungen vor allem im Aufgabenfeld des FOMC, das nicht kontrolliert werden durfte. Daher forderte ein Kongressabgeordneter Anfang 2011 die völlige Transparenz und Offenlegung sämtlicher Geschäftsfelder der Fed und dessen Überprüfung durch das GAO; der Antrag ist momentan noch in Bearbeitung.[12]

 

 

Quellenverzeichnis und weiterführende Links

Board of Governors of the Federal Reserve System (2001): Board of Governors of the Federal Reserve System

http://www.federalreserve.gov/ (zugegriffen am 26.05.2011)

 

Board of Governors of the Federal Reserve System (2001): Board of Governors of the Federal Reserve System

http://www.federalreserve.gov/fomc/beigebook/2011/ (zugegriffen am 26.05.2011)

 

Hafer, R. W. (2005): The Federal Reserve System - An Encyclopedia; Westport, USA

 

Kennepohl, J. (2007): EZB und Federal Reserve- Aufbau, Entscheidungsbefugnisse und Unabhängigkeit; Norderstedt

 

Ruckriegel, K. / Seitz, F. (2002): Zwei Währungsgebiete – Zwei Geldpolitiken? Ein Vergleich des Eurosystems mit dem Federal Reserve System – In: Banking & Finance aktuell; Band 13; Frankfurt am Main

 

Wikipedia (2011): Stichwort: Federal Reserve System

http://de.wikipedia.org/wiki/Federal_Reserve_System (zugegriffen am 26.05.2011)


Wikipedia (2011): Stichwort: Banking-Theorie

http://de.wikipedia.org/wiki/Fractional-reserve_banking (zugegriffen am 26.05.2011)

 



[2] Vgl.: Hafer, R. W. (2005): The Federal Reserve System - An Encyclopedia; Westport, USA; Stichwort: Board of Governors, S. 33 f.

[3] Vgl.: Board of Governors of the Federal Reserve System (2005): The Federal Reserve System – Purposes & Functions; 9. Auflage; Washington, D.C.; S. 6 ff.

[4] Vgl.: Ruckriegel, K. / Seitz, F. (2002): Zwei Währungsgebiete – Zwei Geldpolitiken? Ein Vergleich des Eurosystems mit dem Federal Reserve System – In: Banking & Finance aktuell; Band 13; Frankfurt am Main; S. 6 f.

[5] Vgl.: Board of Governors of the Federal Reserve System (2005): The Federal Reserve System – Purposes & Functions; 9. Auflage; Washington, D.C.; S. 10

[6] Vgl.: Hafer, R. W. (2005): The Federal Reserve System - An Encyclopedia; Westport, USA; Stichwort: Federal Open Markt Committee, S. 123 ff.

[9] Vgl.: Kennepohl, J. (2007): EZB und Federal Reserve- Aufbau, Entscheidungsbefugnisse und Unabhängigkeit; Norderstedt;  S. 4 f.

[10] Vgl.: Board of Governors of the Federal Reserve System (2005): The Federal Reserve System – Purposes & Functions; 9. Auflage; Washington, D.C.; S. 11 ff.