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Tauschwirtschaft - Barter Economy

Inhalt:

1. Begriffserklärung

2. Entwicklungsetappen

2.1 Tauschlose Wirtschaft

2.2 Naturaltauschwirtschaft

2.3 Warengeldwirtschaft

2.4 Wägegeldwirtschaft

2.5 Münzgeldwirtschaft

2.6 Papiergeldwirtschaft

2.7 Giralgeldwirtschaft

3.Tauschwirtschaft heute und ihre möglichen Erscheinungsformen

4. Quellen


Begriffserklärung:

In einer Tauschwirtschaft werden Güter  oder Dienstleistungen direkt gegen andere Güter oder Dienstleistungen getauscht. Dem Begriff Tauschwirtschaft ist auch der Begriff Geldwirtschaft anzugliedern, da hierbei Güter oder Dienstleistungen indirekt gegen Geld (verschiedenster Form: Warengeld, Wägegeld usw., siehe Entwicklungsetappen) getauscht werden.


Entwicklungsetappen:

Die Tauschwirtschaft hat eine Entwicklung von der Tauschlosen Wirtschaft über die Naturaltauschwirtschaft bis hin zur Geldwirtschaft gemacht.

Um die Tauschlose Wirtschaft begreiflich machen zu können muss man mehrere tausend Jahre in der Weltgeschichte zurück blicken. Damals lebten die Menschen noch in so genannten „geschlossenen Hauswirtschaften“ und stellten die meisten von ihnen benötigten Güter innerhalb der Großfamilie  selbst her. Die Männer kümmerten sich um ihre Felder und gingen auf die Jagt, während ihre Frauen den Haushalt führten und sich um das Vieh sorgten. Die geschlossene Hauswirtschaft war daher  Produktion- und Verbraucherstätte zugleich. Die Menschen waren in früheren Zeiten demnach Selbstversorger. Es existierte also kein oder nur geringer Güteraustausch und aufgrund dessen war damals auch kein Tauschmittel (Geld und alles was darunter verstanden werden kann wird im folgenden Text erläutert) erforderlich.


In reiner Form gab es diese tauschlose Wirtschaft jedoch nicht, da die einzelnen Großfamilien (Einzelwirtschaften) manche Güter nicht oder nicht in ausreichendem Maße herstellen konnten. Die Naturaltauschwirtschaft ist darauf zurück zu führen, dass sich diese Einzelwirtschaften darauf spezialisierten von einem Gut mehr zu produzieren, als sie selbst verbrauchen konnten um es anschließend (nach dem Prinzip „Ware gegen Ware“) bei anderen Familien bzw. Gruppen gegen Güter bzw. Arbeit, die sie zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse brauchten, einzutauschen. Sie begangen also im gemeinsamen Interesse zusammenzuarbeiten (Arbeitsteilung) und wurden auf diesem Wege einander nützlich. Jedoch wies die Naturaltauschwirtschaft zahlreiche Schwierigkeiten auf. Zum einen hätte der Käufer seine Ware nur eintauschen können, wenn er das Gegengut auch gebrauchen konnte und er hätte seine Ware nur dann hergegeben, wenn er dafür im Sinne seiner Bedarfsschätzung etwas als mindestens gleichwertig Empfundenes zurück erhalten hätte. Zum anderen erwies es sich als äußerst schwierig den Wert einer Ware eindeutig festzulegen, somit war Betrug leicht möglich und infolge dessen hatten die Tauschpartner selten das Gefühl bei ihren Geschäften fair behandelt zu werden. Außerdem war der Transport der Tauschgüter problematisch. Die Art des unmittelbaren (direkten) Tauschs stellte sich also als recht umständlich und zeitraubend heraus. Ein Beispiel aus der heutigen Zeit: „Weißrussland will Gas mit Naturalien bezahlen - Weißrussland lenkt ein: Nachdem Gazprom dem Land das Gas abdrehte, will die Regierung in Minsk nun ihre Schulden begleichen. Dem finanzschwachen Staat fehlen allerdings gut 150 Millionen Euro - die will er nun in Naturalien aufbringen.“. Der vollständige Artikel befinde sich auf http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,701989,00.html.

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Abb. 1: "Ware gegen Ware"


Der größte Nachteil der Naturaltauschwirtschaft war (wie im vorgegangenen Text bereits beschrieben), dass es kein Gut gab, das allgemein als Tauschmittel anerkannt wurde. So entstand die nächste Etappe bei der Entwicklung der Tauschwirtschaft, die Warengeldwirtschaft, bei der sich die Menschen bestimmter Regionen auf ein einziges Tauschgut einigten, dem alle einen Tauschwert zumaßen. Musterbeispiel für derartiges „Geld“ waren Mühlsteine, die die Einwohner der Jap – Inseln als Zahlungsmittel benutzten. Die Warengeldwirtschaft bildet die erste Stufe der Geldwirtschaft. Anstelle des unmittelbaren Tauschs tritt der mittelbare (indirekte) Tausch, das heißt, dass Ware gegen Geld und Geld wiederum gegen Ware eingetauscht werden kann. Dabei werden aus einer Transaktion zwei, was die Sache unerwartet vereinfacht. Diese frühere Art des Geldes ließ sich in zwei Erscheinungsformen einteilen. Erstens in Nutzgeld, wie zum Beispiel Vieh, Pfeilspitzen oder Spieße jeglicher Art. Zweitens  in Warengeld, das die erhöhte Produktion von Edelmetallen erforderte. Dieses kam als Schmuckgeld, wie zum Beispiel in Form vom Muscheln, Perlen und Edelmetallen, vor. Insbesondere die Edelmetalle Gold, Silber und Kupfer hatten gegenüber den anderen Waren erhebliche Vorteile: so waren sie verhältnismäßig leicht zu transportieren und teilbar. An dieser Stelle wird das Preisverhältnis interessant, denn es gibt an in welcher Weise zwei Mengen zueinander in Beziehung stehen. Zum Beispiel kosten drei Tücher achtzehn Muscheln, somit lautet das Preisverhältnis 1:6, der Preis für ein Tuch beträgt also sechs Muscheln.

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Abb. 2: "Ware gegen Geld und Geld gegen Ware"


Die Bezeichnung der Wägegeldwirtschaft ist darauf zurück zu führen, als von den verwendeten Metallbarren oder/und Metallstäben Metallstücke abgeschlagen werden mussten um sie zu wiegen und sie auf ihren Feinheitsgehalt zu überprüfen. Die Währungseinheit Rubel deutet darauf hin, dass Rubel abgeschlagenes Stück heißt.

 

Aus der Wägegeldwirtschaft entwickelte sich dann die Münzgeldwirschaft, da die von den Metallbarren bzw. -stäben abgeschlagene Scheiben mit einer Prägung versehen wurden, mit der der König den Feingehalt und das Gewicht garantierte. Dabei sind zwei Arten von Münzen zu unterscheiden. Zum einen waren es die Kurantmünzen, deren Metallwert dem aufgeprägten Wert (=Nennwert, Nominalwert) entsprach. Zum anderen waren und sind es heute noch die Scheidemünzen, deren Nennwert über dem Metallwert liegt (unterwertige Münzen), damit auch Güter geringeren Wertes mit Geld bezahlt werden konnten.

 

Papiergeldwirtschaft.Im Zuge des Mittelalters entstanden Kaufmannsbanken, die Edelmetallbeträge gegen Quittung (der Vorreiter unserer heutigen Banknoten) in Verwahrung nahmen, da die Aufbewahrung des Geldes in eigenen Häusern zu unsicher war. Als man sich daran gewöhnt hatte diesen Scheine selbst zu übertragen statt dem baren Geld, so entstand das Papiergeld.

 

Vor etwa hundert Jahren fand die Giralgeldwirtschaft Einzug in die Geschichte. Das Buchgeld gewann/gewinnt immer mehr an Bedeutung und es existiert auf den Konten (also in den Büchern) der Geldinstitute. Eine Weiterentwicklung  stellt das „elektronische  Geld“ dar. Es kann unterteilt werden in Kartengeld (auf einer Chipkarte gespeichertes elektronisches Geld) und Netzgeld (gespeichert auf der Festplatte eines Computers).

 

Abb. 3: Zusammenfassung Tauschwirtschaft

 

Tauschwirtschaft heute und ihre möglichen Erscheinungsformen:

Wenn das übliche Zahlungsmittel „Geld“ an Bedeutung beziehungsweise Wertschätzung verliert (wie zum Beispiel im Nachkriegsdeutschland) oder es gar fehlt (wie bereits am Beispiel von Weißrussland beschrieben) wird es durch Ersatzwährungen, Güter oder Edelmetalle ersetzt. Die Tauschwirtschaft erleben wir heute noch, da die verschiedenen Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen (Güter und Dienstleistungen), private Haushalte (Arbeit), Kreditinstitute (Kredite und andere Dienstleitungen) u.s.w. ihre Tauschprodukte (auf Vorrat) herstellen, um sie auf den Markt zu bringen. Dabei fällt die Quantität häufig zu Lasten der Qualität mit der Absicht des bestmöglichen Gewinns.

 

Heute findet man die Tauschwirtschaft in verschiedenen Formen vor. So zum Beispiel das bargeldlose Verrechnungssystem Bartering. Erwähnungswert das Bartering in den Medien, „Beispielsweise stellt ein Wochenmagazin einem Fernsehsender eine Seite zum Werben zur Verfügung und erhält als Gegenleistung einen Spot im Fernsehen, der den Online-Auftritt des Magazins beinhaltet.“1. Des Weiteren existiert der Tauschhandel auch im Internet, bei dem Güter und Dienstleistungen von jeweils geschätzten gleichen Wert getauscht werden. Ganz interessant ist auch der Aspekt der Tauschbörse. Man kennt sie aus dem Lokalradio, bei dem es möglich ist fehlgeschenkte Artikel zu tauschen. Eine finnische Firma namens NetCycler hat das Prinzip „von Tauscher zu Tauscher“ auf einen Tauschring erweitert. Somit wird es dem Tauschparter A ermöglicht beim Tauschpartner C zu erwerben was er haben möchte auch wenn Tauschpartner C das dafür angebotete Gegengut des Tauschpartner A nicht haben möchte. Es läuft dann über einen Dritten.

Abb 4. Tauschbörse

Abb. 4: Tauschbörse


Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Tauschhandel

selbst erstellte Grafiken

1Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Tauschhandel