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Free goods(engl.) Freie Güter

 


 


Begriffserklärung

Beispiele Für Freie Güter

Freie Güter in der Ökonomie

Die Erhaltung der Freien Güter

Freie Güter in der Rechtsprechung

 


 

Im folgenden Kompediumseintrag wird der Begriff „Freie Güter“ anhand mehrerer Beispiele erläutert und in Verbindung zu anderen Güterarten gebracht. Zudem werden zwei Bespiele zur Rechtsprechung im Bezug auf Freie Güter gegeben.


 

 

 


 

 

1.     Begriffserklärung

 

Als Freie Güter werden solche Güter bezeichnet, die jedem an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit kostenfrei und in beliebiger Menge zugänglich sind. Bei der Festlegung eines Gutes als Freies Gut, spielt die Umgebung also eine tragende Rolle. Ein und das Selbe Gut kann, beispielsweise Wasser, kann auf dem Meer ein Freies Gut, aber in der Wüste hart umkämpft und teuer sein.

Um die Freien Güter von anderen Gütern abzugrenzen, ist der leichteste Weg zu Fragen:

Löst Gut X, ein Mangelempfinden aus?

Bei freien Gütern lautet die Antwort: Nein, da dieses „nicht bewirtschaftet zu werden“ braucht und „in beliebiger Menge zur Verfügung“ steht.

.(Zitat: Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre Henner/ Schierenbeck 17.Auflage Oldenbourg 2008 S.4)

Freie Güter haben zudem keinen Preis, sodass die Liste der Beispiele durch, je nach Blickwinkel, um unterschiedliche Begriffe verkürzt, oder verlängert werden könnte.

Die Frage ist daher zunächst, wer festlegt, ob ein Gut einen Preis hat, oder nicht. Um ins folgende Kapitel vorzugreifen, sind beispielsweise die Arbeitsstunden, die man ehrenamtlich auf einer Feier ableistet zwar womöglich anstrengender, als die, im Betrieb, aber dennoch haben sie keinen Preis. Man selbst kann diesen festlegen und hat ihn für den konkreten Anlass auf 0€ gesetzt. Man selbst hat die Macht, seine Arbeitsstunden zum Freien Gut zu machen.

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2.     Beispiele Freier Güter


Um also den Preis für ein Gut festzulegen, muss man es zunächst besitzen und da nicht jeder bereit ist, seinen Besitz unentgeltlich zur freien Verfügung zu stellen, bieten es sich an, Beispiele für Freie Güter zunächst unter den Gütern zu suchen, die niemandem gehören.

Nun also eine kurze Auflistung Freier Güter mit entsprechenden Bedingungen für ihr Recht als solche bezeichnet zu werden.

-       Luft ist jedem in beliebigem Maß frei zugänglich und kann beispielsweise in Form von Wind (siehe hierzu Kapitel 5) zur Gewinnung von Energie verwendet werden. Unter Wasser beispielsweise ist Luft kein Freies Gut.

-       Sand ist in der Wüste im Überfluss vorhanden und für jeden in beliebiger Menge frei zugänglich. Wechselt man den Ort der Betrachtung, so wird klar, dass ein m³ Sand mit zwischen 12€ und 15€ in unseren Breitengraden kein Freies Gut ist.

-       Sonnenlicht ist ein Freies Gut und kann, ähnlich, wie Luft, zur Gewinnung von Energie genutzt werden. Das Freie Gut dient also als Einsatzfaktor bei der Gewinnung von einem knappen Gut.

-       Software kann, sofern sie als Freeware jedem Internetnutzer unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird, als Freies Gut gesehen werden.

-       Ehrenamtliche Arbeit kann, sofern genug Personen vorhanden sind, um die zu bewältigenden Aufgaben zu erfüllen ein Freies Gut sein.

Diese Beispiele sollen genügen und werden im folgenden Kapitel in den Zusammenhang ökonomischen Prozessen eingefügt.

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3.     Freie Güter in der Ökonomie


Freie Güter finden in einer Großzahl ökonomischer Prozesse Verwendung. Im folgenden Abschnitt werden anhand der Güterbeispiele aus Abschnitt 2 einige Prozesse und Verwendungsarten aufgeführt.

-       Luft ist ein Produktionsfaktor bei der Gewinnung von Energie aus Windkraft. Sie steht in beliebigem Maß zur freien Verfügung und dient so zur Herstellung von Energie. Die einzig anfallenden Kosten beschränken sich also auf die Anschaffung und das Betreiben der hierzu nötigen Windräder.

Ähnlich, wie Wasser wird es bei vielen Produktionsprozessen und im Allgemeinen zur Kühlung von Maschinen genutzt.

-       Wasser ist in vielfacher Weise Produktionsfaktor.

Um zunächst beim Meerwasser zu bleiben, lässt sich sagen, dass dieses unentgeltlich zur Kühlung von Maschinen eingesetzt werden kann. So zum  Beispiel auf Schiffen, oder bei küstennahen Fabrikanlagen.

Als Sprudelwasser, oder in Form ähnlicher Getränke steht es den Herstellern dieser in beliebigem Maß zur Verfügung. Lediglich die Kosten für die Förderung, das Abfüllen und gegebenenfalls Verfeinerung des Freien Gutes fallen an, um es als Getränk zu vermarkten.

-       In Bezug auf die Förderung parallel verhält es sich mit Erdöl. Auch in diesem Fall ist der Rohstoff in beliebiger Menge an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit vorhanden. Da sich dieser Ort jedoch einige Meter unter der Erdoberfläche befindet, fallen auch hier auf dem Weg vom Freien gut als Produktionsfaktor bis in den Tank eines Fahrzeugs Kosten an.

-       Ehrenamtliche Arbeit ist insofern Teil ökonomischer Prozesse, dass sie Vereinen, Stiftungen und auf soziale Zwecke ausgelegten Unternehmen unentgeltlich, also als Güter ohne Preis und in großer Zahl, zur Verfügung stehen. Als Freie Güter sind sie dennoch daran beteiligt, einen Mehrwert für die jeweilige Organisation zu generieren. Sei es als Verkäufer am Kuchenstand, oder auch bei der Herstellung von anschließend für einen den Zweck verkauften Waren.

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4.     Die Erhaltung der Freien Güter


Wie das vorherige Kapitel zeigt, ist die Nutzung der Freien Güter als Produktionsfaktoren kostenfrei. Es ist jedoch wichtig zu erkennen, dass die Freien Güter nicht zwangsläufig bis in alle Ewigkeit in beliebigem Maße vorliegen müssen.

Es kann sowohl durch Änderungen der Umwelt, als auch durch zunehmenden Nutzungsbedarf dazu kommen, dass Freie Güter zu knappen Gütern werden.

Bekanntestes Beispiel dafür, wie ein Freies Gut in Gefahr gerät, ist die Luft. Durch die in den letzten beiden Jahrhunderten gestiegene Produktion von CO2 wurde die Luft verschmutzt. Dank eines fortschreitenden Umdenkens in den letzten Jahrzehnten wird, mit hohem Kostenaufwand verbunden, versucht das Freie Gut -saubere Atemluft- auch weiterhin als in beliebiger Menge verfügbares Gut zu erhalten.

Ähnlich verhält es sich mit Wasser, das, wie die Luft, lange Zeit verschmutzt wurde und vor allem zu Beginn der Industriellen Revolution als günstiger Entsorgungsweg für Fabrikabfälle diente.

Die Gefahr für die Freien Güter besteht darin, dass ihre Eigenschaft, im Überfluss vorhanden zu sein, ihre Nutzer dazu einlädt, unachtsam und verschwenderisch mit ihnen umzugehen, weshalb hier ein Umdenken stattfinden musste.

Wichtig ist es, zu verstehen, das zwar kurzfristig gesehen die Nutzung der Freien Güter keinen Kostenaufwand mit sich bringt, dass jedoch mitnzunehmender Abnutzung, sei es jetzt, oder in 50-100 Jahren immer höhere Kosten dafür entstehen werden, die Freien Güter zu erhalten.

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5.     Freie Güter in der Rechtssprechung


Nachdem nun einige Beispiele für Freie Güter bekannt sind, folgen nun zwei Fälle, der Rechtsprechung bezüglich Freier Güter.

Fall eins befasst sich mit einem Gut, das in Verbindung mit dem zuvor genannten Meerwasser steht, aber dennoch nicht immer frei zugänglich war.

Zur Kolonialzeit  in Indien herrschten strenge Gesetze zum Umgang mit Salz. So waren der Transport, die Herstellung und das Handeln mit diesem überall dort, wo es möglich gewesen wäre allein den Briten vorbehalten und nicht, wie zuvor, jedem gestattet. Jeder Verstoß gegen die Salzgesetze wurde streng bestraft, bis Gandhis Salzmarsch und der sich daran anschließende Landesweite Protest im Jahre 1930 die Salzgesetze kippten, sodass Salz wieder aus dem Meerwasser gewonnen und anschließend verkauft werden durfte.

Zur aktuelleren Rechtssprechung über Freie Güter befindet sich im Anhang ein Artikel aus dem „Spiegel“ zum Thema „Freie Güter“, der vom Rechtstreit zweier Windradbetreiber berichtet.

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Quellenverzeichnis

 

-          Herman May(Hrsg.)2008: Handbuch zur ökonomischen Bildung, 9.Auflage, München

-          Henner Schierenbeck, Claudia B.Wöhle, 2008: Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre, 17.Auflage, München

-          Ottmar Schneck 2005: Lexikon der Betriebswirtschaft, 6.Auflage,München

-          http://www.cdu.de/doc/pdfc/121200_Bilanz_und_Ausblick_ehrenamtlicher_Taetigkeiten.pdf 

-          http://www.teialehrbuch.de/Kostenlose-Kurse/Allgemeine-Betriebswirtschaftslehre/1.1.4-Freie-und-knappe-G%C3%BCter.html

-           http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-51373540.html /  http://www.maslaton.de/data/presse/spiegel04-07.pdf    

-          http://vorlesungen.info/VWL-Lexikon#_Freies_Gut


AnhangGröße
Freies Gut-Der Spiegel 18-2007 von Sebastian Knauer.pdf109.41 KB